Wundern gibt es immer wieder. Eine Nacht voller Musik und Begegnungen in Hamburg-Alstertal

Seit 2004 öffnen Hamburgs Kirchen einmal im Jahr für eine ganz besondere Nacht ihre Türen. Was damals mit 70 teilnehmenden Kirchen begann, ist heute das größte ökumenische Fest im Norden.

Das diesjährige Motto lautet: „Wundern gibt es immer wieder“ und ist angelehnt an Psalm 139, Vers 14:

„Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke; das erkennt meine Seele.“

Wenn man nach einer Definition für das Wort „Wunder“ sucht, stößt man im Internet auf viele unterschiedliche Aussagen und Perspektiven. Vielleicht lässt es sich so zusammenfassen:

Ein Wunder ist etwas, das uns staunen lässt, weil es nicht selbstverständlich ist oder sich nicht einfach erklären lässt. Und manchmal erleben wir darin mehr als nur einen glücklichen Zufall – einen Moment, in dem Gottes Nähe spürbar wird.

Bereits zum 10. Mal kam der Gospelworkshop unter der Leitung von Timo Schmidt und Christoph Biehl zusammen. Und wieder kamen die Teilnehmer aus ganz verschiedenen Himmelsrichtungen. Einige kannten sich bereits, andere lernten sich neu kennen. Beziehungen wurden erneuert oder neu geknüpft.

Neben dem gemeinsamen Proben gab es immer wieder Möglichkeiten für Gespräche und Begegnungen.

Auch musikalisch hatte dieser Abend in unserer Gemeinde neben dem Gospelchor noch einiges mehr zu bieten. Sologesang, begleitet von Klavier oder Gitarre, gehörte ebenso dazu wie ein offenes Musizieren mit unterschiedlichen Instrumenten und dem Gesang der anwesenden Teilnehmer. So entstand eine schöne musikalische Vielfalt, bei der nicht nur zugehört, sondern auch gemeinsam Musik gemacht wurde.

Fast unauffällig wurde im Hintergrund dafür gesorgt, dass es allen gut ging und die Verpflegung bereitstand. Dafür ein ganz herzliches Dankeschön! Denn auch hier ist es immer wieder ein kleines „Wunder“, wie gut alles funktioniert. Wobei dieses Wunder natürlich nicht einfach vom Himmel fällt: Viele Menschen haben sich im Vorfeld Gedanken gemacht, geplant, vorbereitet und angepackt.

Aus der Liedauswahl von Timo und Christoph wirken drei Lieder wie ein Dreiklang, der sehr schön zum Thema „Wunder“ passt.

„Let Your Light Shine“ richtet den Blick nach außen: Lass das Licht, das du empfangen hast, sichtbar werden. Trage Christi Licht in die Welt.

„Give Me Jesus“ richtet den Blick nach innen und erzählt von Vertrauen und Hingabe. Was auch geschieht – Christus genügt.

„10,000 Reasons (Bless the Lord)“ steht für Dankbarkeit und Lob. Es erinnert daran, dass es auch in wechselvollen Zeiten unzählige Gründe gibt, Gott zu danken.

Wunder müssen nicht spektakulär sein. Manchmal haben sie eine ganz besondere Ausstrahlung, die uns immer wieder staunen lässt.

In der abschließenden Andacht, die von Priester Stefan Link gehalten wurde, kamen sinngemäß diese Schlussgedanken zum Ausdruck:

Der Schreiber des Psalms erkennt dankbar an, dass Gott uns wunderbar gemacht hat. Fragen wir uns doch auch einmal selbst: Bemerken und erkennen wir eigentlich, dass wir mehr sind als nur eine Ansammlung von Molekülen, die sich zufällig zusammengefunden haben? Wir dürfen darauf vertrauen, dass unser himmlischer Vater uns ganz bewusst so gemacht hat, wie wir sind – dass wir von IHM „wunderbar gestaltet“ wurden.

Vielleicht müssen Wunder gar nicht immer groß und spektakulär sein. Vielleicht begegnen sie uns viel öfter, als wir denken: in einem Menschen, der uns guttut, in einer Begegnung, im gemeinsamen Singen, in einem Moment der Dankbarkeit – oder einfach darin, dass wir etwas, das längst selbstverständlich geworden ist, plötzlich wieder mit staunenden Augen sehen.

Wundern gibt es immer wieder. Manchmal müssen wir sie nur bemerken.