Du bist von Gott geliebt, so wie du bist
Gottesdienst für Hörgeschädigte

„Jesus ist nicht gekommen, um Urlaub zu machen, sondern um zu verkündigen. Gesprächsverbote zwischen Juden und Samaritern kümmerten ihn nicht.“

Mit diesen einleitenden Sätzen begann am 13. Februar der Gottesdienst, der sich in der Gemeinde Hamburg-Alstertal diesmal besonders an Christen mit einer Gehörschädigung wendete. Priester Karl-Heinz Breitfeldt aus der Gemeinde Cuxhaven leitete den Gottesdienst sowohl mit Worten als auch mit Gebärden und Schwester Anja Koy aus der Gemeinde Bordesholm übersetzte einige weitere Teile in die Gebärdensprache.

Das Bibelwort für den Gottesdienst ist in Johannes 4, Verse 28 - 29 nachzulesen:
Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging hin in die Stadt und spricht zu den Leuten: Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei.

Jesus Christus der Ausrufer
Priester Breitfeldt erläuterte, dass die Frau aus Samarien sehr verwundert war, von einem ihr bis dahin fremden Mann angesprochen zu werden. Hier wurde eindeutig eine Regel gebrochen - denn Samariter und Juden durften nicht miteinander reden.
Die nächste Überraschung war, dass dieser Mann ihr Leben und ihre Gedanken kannte. In der Art und Weise, wie die Samariterin angesprochen wurde erkannte sie, dass es Jesus war, der mit ihr redete.
Der Sohn Gottes sprach alle Menschen an, um ihnen Gott näher zu bringen. Regeln und Gesetze waren dabei für ihn Nebensache. Typisch Jesus - oder?
Die Verkündigung des Evangeliums heute
Nicht nur damals, sondern auch heute möchte Jesus alle Menschen erreichen. Das geschieht im Gottesdienst, indem wir das Wort vom Altar hören. Dieses Wort kann Kraft, Zuversicht, Trost und Hoffnung geben.

Es gibt aber auch andere Wege der Verkündigung. Jesus nimmt uns, um sein Evangelium zu verkündigen. Das geschieht auf unterschiedliche Art und Weise. Allein durch unser Verhalten im Alltag können wir unseren Mitmenschen eine Hilfe sein. Auch wir können Trost spenden, indem wir unserem Gegenüber zuhören und ihn wahrnehmen.

Wo Jesus arbeitet, ist die eine oder andere Veränderung an den Menschen zu beobachten. Neue Gedanken, andere Betrachtungsweisen oder mehr Liebe für den Nächsten könnten eine Auswirkung sein - wenn Jesus unser Leben begleitet.

Passen wir auf unsere Seele und auf  unseren Glauben auf
In der Nähe Gottes zu bleiben ist gar nicht so einfach. In einem musikalischen Einspieler, der von der Jugend der Gemeinde Alstertal erstellt wurde, heißt es im Refrain:
„Ich bin froh mit Jesus in meinem Haus. Gut zu wissen, jederzeit ist er hier.
Mein Leben lang, Jesus in mir in meinem Haus. Für alle Zeit und in Ewigkeit.“

Text: Judy Baily
Wir sind nicht allein, wenn wir auf unsere Seele und unseren Glauben achtgeben wollen. Wenn wir es zulassen, dann haben wir in dem Sohn Gottes eine liebevolle und großartige Unterstützung.  

„Fehlerkultur“ bei Jesus – von Liebe geprägt

Der Begriff Fehlerkultur stammt aus den Sozial- und Wirtschaftswissenschaften und bezeichnet die Art und Weise, wie Gesellschaften, Kulturen und soziale Systeme mit Fehlern, Fehlerrisiken und Fehlerfolgen umgehen.
(Quelle: www.wikipedia)

Priester Stefan Link berichtete von einem Schüler, dessen geschriebenes Diktat drei Fehler aufwies. Eigentlich also ein Diktat, das gut gelaufen ist.
Unser Vorsteher erläuterte, dass wir Menschen überwiegend auf Fehler hinweisen, anstatt auf das, was gut gelaufen ist.
Wie schön wäre es doch als Schüler zu hören: Herzlichen Glückwunsch! Du hast 125 Wörter richtig geschrieben und an den drei falsch geschriebenen Wörtern arbeiten wir noch.
Jesus handelt ganz anders. Er ist vielen Menschen, wie dem Zöllner Zachäus, begegnet, deren Leben nicht nur von guten Taten geprägt war.
Dennoch spricht er mit ihnen und bietet ihnen seine Liebe und Vergebung an.

Jeder Gottesdienst bietet einen Neustart
Priester Breithardt erläuterte, dass wir als gläubige Christen nach jeder Sündenvergebung die Chance auf einen Neustart im Glauben haben. Das ist ein Geschenk, welches wir nicht hoch genug einschätzen können.
In einem weiteren musikalischen Einspieler der Jugend aus der Gemeinde Alstertal heißt es sinngemäß:
„Wenn du an Gott nicht mehr glauben kannst – Gott glaubt an dich. Er tut auch heute noch Wunder an deiner und meiner Seele, indem er uns immer wieder vergibt.“

Das war zu Zeiten der Frau am Brunnen so, und es ist auch heute im Jahre 2022 nicht anders.
Gott sei Dank!