Eine besondere Herausforderung
- Beziehungspflege

„Gemeinsam in Christus!“ – so lautet das Motto, welches Stammapostel Jean-Luc Schneider zu Jahresbeginn in seiner Video-Botschaft genannt hat.

Er erklärte, dass zu diesem „Gemeinsam“ vier Ebenen gehören:

  • Die Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott
  • Die Gemeinschaft im Gottesdienst
  • Das Zusammenleben in Gemeinschaft
  • Die Gemeinschaft der Lebenden und Toten

Damit Personen eine Gemeinschaft bilden können, ist es wichtig untereinander in einer Beziehung zu stehen. Das ist in unserer heutigen, so schnelllebigen Zeit gar nicht so einfach zu bewerkstelligen, und die Pandemie verhindert nun auch vieles.

Wie bekommen wir es als Gemeinde hin, gewachsene Beziehungen zu erhalten, oder zu erneuern – wenn diese vielleicht verloren gegangen sind?

In seiner Predigt am 5. Januar 2022 in der Gemeinde Norderstedt zitierte der dortige Vorsteher und Bezirksevangelist Schlomsky aus dem 2. Philipper den 4. Vers:

„… und ein jeder sehe nicht nur auf das Seine, sondern auch auf das, was dem andern dient.“

Um dieses Bibelwort in unsere Zeit zu nehmen, könnte man auch sagen:
„Um eine gesunde Beziehung zu pflegen, benötigt es achtsames Zuhören, Wertschätzung, Präsenz und Empathie.“

Gemeindeleben heute

Die Pandemie macht es nicht leicht ein Gemeindeleben aufrecht zu erhalten, denn die derzeitigen Maßnahmen schränken ein gesellschaftliches Miteinander ein. Allzu schnell könnte man sich daran gewöhnen, als Einzelgänger durchs Leben zu gehen. Es besteht dennoch die Möglichkeit, mit einer einfachen Frage gegenzusteuern:

Wie geht es Dir?

Diese offene Frage kann die Basis für eine Beziehung zwischen zwei Personen darstellen. Voraussetzung dafür ist aber, dass sie ernst gemeint ist, und der oder die Fragende auch Zeit zum Zuhören hat - das allein schon zeugt von Wertschätzung.
Häufig sind wir der Meinung, dass es unserem Nächsten gut geht. Wenn wir diese ehrlich gemeinte Frage an einen Freund, Arbeitskollegen oder unseren Banknachbarn in der Gemeinde richten, könnte sich herausstellen, dass man sich irrt. Nein – es geht meinem Gegenüber gerade gar nicht gut.

Gottes Beziehung zu uns

Der Bezirksevangelist erwähnte in seiner Predigt, das Gott in seiner Beziehung zu uns unter anderem auch für das Natürliche sorgt. Die Liebe Gottes zu ALLEN Menschen ist aber der Schwerpunkt dieser Beziehung. Er begegnet uns in seiner großen Liebe immer wieder im Heiligen Abendmahl, wo diese besondere Gemeinschaft zwischen IHM und uns regelmäßig erneuert wird.

Wie es mit unserer persönlichen Gemeinschaft mit Gott aussieht, kann nur jeder für sich selbst bewerten. Fest steht – ER lockert diese Beziehung nicht.

Lass dich fallen …

Das Pflegen von Beziehungen bedeutet Arbeit, denn es erfordert Toleranz, Geduld und die Bereitschaft auch einmal seine eigenen Ansichten hintenan zu stellen.

Um die vom Stammapostel erwähnte Gemeinschaft in einer Gemeinde und im Gottesdienst erleben zu können, lohnt sich diese Arbeit allemal. Denn hier haben wir die Möglichkeit zur Ruhe zu kommen und Kraft zu tanken, um die vor uns liegende Zeit mit all ihren Herausforderungen meistern zu können.

Eine Gemeinschaft ist stark und bildet ein Netz, in das man sich bei Bedarf fallen lassen kann – es wird halten.