Bezirksapostelbesuch in der Gemeinde Hamburg-Nord

Wer Gott erleben will, muss manchmal Grenzen überschreiten

Seit geraumer Zeit feiern die Mitglieder der Gemeinden Hamburg-Nord und Norderstedt den Mittwochabendgottesdienst gemeinsam, denn die Kirche in Norderstedt wird derzeit neu gebaut.

Am Mittwoch den 12.7.2017, konnten sich beide Gemeinden in der Kirche Hamburg-Nord auf den Besuch vom  Bezirksapostel Rüdiger Krause freuen.

Gleich zu Beginn des Gottesdienstes äußerte der Bezirksapostel seine Freude darüber „nach Hause zu kommen“, denn die Gemeinde Norderstedt ist seine Heimatgemeinde.

Das Bibelwort für diesen Gottesdienst steht im Buch Rut; Kapitel 1, Vers 16:

„ Rut antwortete: Rede mir nicht ein, dass ich dich verlassen und von dir umkehren sollte. Wo du hingehst, da will auch ich hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott.“

Rut, ihre Schwester Orpa und deren Schwiegermutter Noomi waren Witwen .Zu damaliger Zeit, so sagte es der Bezirksapostel, war es für Frauen mit diesem Schicksal kein leichtes Leben, das sie führen mussten.
Noomi versuchte, ihre Schwiegertöchter in deren Heimatland zurück zu schicken und Orpa kehrte in das Land der Moabiter  zurück. Rut dagegen blieb trotz aller Gegenargumente bei ihrer Schwiegermutter und war nicht nur bereit, sie nach Bethlehem zu begleiten, sondern auch ihren Gott anzuerkennen.

Der Bezirksälteste F. Göller führte im Mitdienen weiter aus, daß Rut ihre persönlichen Grenzen überschritt, um den Gott ihrer Schwiegermutter zu erleben. Sie ließ sich durch auftauchende Hindernisse nicht abhalten.

Das ist bei uns heute nicht viel anders.
Um unseren Gott zu erleben, müssen auch wir manche Grenze überschreiten. Zum Beispiel die Grenze der Vergebungsbereitschaft. In der Heiligen Schrift wird gefragt, wie oft man jemanden vergeben sollte:„Sieben mal siebzig Mal“- so ist es zu lesen.
Es geht dabei nicht um die Anzahl der Vergebungen, sondern um die innere Haltung.

Es gibt Situationen, wo wir mit unserem Glauben bei bestimmten Themen an Grenzen stoßen. Es wird innerlich darum gerungen, diese Hindernisse zu überwinden oder gewisse Dinge auch einfach stehen lassen zu können. Das ist nicht einfach.

Gerade hier ist es möglich Gott zu erleben, denn er führt uns durch diese Zeiten hindurch. Seine Geduld und Liebe zu uns ist grenzenlos.

Im Gottesdienst erhalten wir in Wort, Sakrament und in der Gemeinschaft die nötigen Kräfte um uns, wie damals Rut, nicht einreden zu lassen, von unserem Glaubensweg umzukehren.
Gerade die schöne und friedliche Gemeinschaft beider Gemeinden, so erwähnte es der Bezirksapostel, sei hier ganz besonders zu verspüren. Hier kann jeder, der es möchte, seine Kraftreserven wieder auffüllen und erneut feststellen:
Niemand muss seine inneren Grenzen alleine überwinden – gemeinsam ist es meist leichter.